Spanische Flagge

                                                                                              Foto: Karin Hieke

Allgemein

Die Spanische Flagge  (Euplagia quadripunctaria) gehört zu den auch tagsüber aktiven Nachtfaltern und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 6 cm. Das namensgebende Merkmal, die gelb-rote Farbkombination, variiert in der Farbtiefe bis hin zu einfarbig gelben Exemplaren. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die dreieckige Körperform in der Ruheposition.

 

Lebensweise

Wegen ihrer Neigung, große mobile Populationen ohne ein festes Habitat auszubilden, wird die Art auch als vagabundierender Wanderfalter bezeichnet. Das Spektrum von besiedelten Lebensräumen reicht von sonnigen Weinbergsbrachen bis hin zu schattigen hochstaudenreichen Schluchten. Die beste Beobachtungszeit ist während der Flugzeit von Mitte Juli bis September, wobei sich der Aufenthalt mit zunehmender Hitze in schattigere, feuchtere Lebensräume verlagert. Unter den Schmetterlingen gehört die Art zu den Generalisten. Mit Hilfe eines Saugrüssels werden unterschiedlichste Blütenpflanzen aufgesucht, wobei aber eine Vorliebe für den Wasserdost, bzw. den gemeinen Dost existiert.

 

Vorkommen und Gefährdung

Die Spanische Flagge ist im größten Teil Europas, außer dem Norden, weitverbreitet. Gerade in Weinbaulandschaften gilt der Bestand als gesichert, jedoch ergeben sich Gefährdungen durch intensivierte Bewirtschaftungsformen und Maßnahmen, wie etwa Heckenrodungen und der Mahd von Wegrändern. Die tendenzielle Entwicklung der für den Fortbestand der Art erforderlichen Lebensraumtypen führte zur Aufnahme in die deutsche Vorwarnliste.

 

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Projektes wird der Erhalt von Mittelwäldern gefördert, die mit ihrem Lichtreichtum und ihren strukturreichen Säumen die Entwicklung vieler Schmetterlingsarten fördern. Hinzu kommen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Waldränder, wie die Kombination mit Kleinstgewässern, die den feuchtigkeitsliebenden Insekten zugutekommen. Außerdem werden ein traditionell bewirtschafteter Weinberg und die Anlage durch Heublumenansaat geförderter Flachlandmähwiesen, dem Bestand zu Gute kommen.