Biotop Hutung

Hutungen sind Viehweiden. Sie haben oft einen parkartigen Charakter mit durchweideten Waldstücken, großen freistehenden Bäumen, Gehölzgruppen, Hochstauden und kurzgefressenen Rasenstücken in engem Wechsel. Das Vieh wurde früher von Hirten beaufsichtigt. Heute muss man aus Sicherheitsgründen Zäune aufstellen und kann die dauernde Beaufsichtigung kleiner Herden durch Hirten aus Kostengründen nicht mehr leisten. Die moderne Viehweide auf der Hutung entspricht daher nicht vollständig dem traditionellen Bild.

Hutung mit Rindern
Hutung mit Gelbviehrindern

Entstehung einer Hutung

Neben Grasland wurden früher auch die meisten Wälder durchweidet. Dadurch wurde die natürliche Verjüngung teilweise unterdrückt. Fruchttragende Bäume, wie Eichen, förderte man dagegen gezielt. Die Hutung wurde mit Rindern, Schafen, Ziegen, Schweinen und Federvieh nach einem über Jahrhunderte optimierten System genutzt.

Rothirsche
Rothirsche auf der Hutung

Flora und Fauna

Durch die Aufgabe der Beweidung von Waldflächen in den vergangenen Jahrzehnten sind die lichten Waldstrukturen im Projektgebiet weitgehend verschwunden. Dies führte zum Rückgang einiger Schmetterlingsarten, wie dem Kleinen Maivogel, Käferarten, wie dem Hirschkäfer, und vieler Vogelarten wie Halsbandschnäpper und Mittelspecht.

Bedeutung für Europa

Hutungen gehören europaweit zu den landwirtschaftlichen Flächen mit hohem Wert für die Natur ("High Nature Value Farmland"). In Deutschland gibt es solche Flächen weit weniger als in anderen europäischen Ländern.