Gelbbauchunke

 

Allgemein

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) gehört zu den Froschlurchen und wird bis zu 5,5 cm groß. Das namensgebende Merkmal, die Gelbfärbung des „Bauches“ ist bei jedem Exemplar unterschiedlich ausgeprägt und kann daher als individuelles Erkennungsmerkmal dienen. Bei näherer Betrachtung besonders auffällig sind auch die herzförmigen Pupillen.

 

Lebensweise

Die bevorzugte Beute sind Mückenlarven, Insekten, Spinnen und Würmer. Die Paarungszeit ist von April bis August. In dieser Zeit laichen Gelbbauchunken in vegetationslosen, fischfreien, gut besonnten Kleinstgewässern ab. Während die Männchen längere Zeit im Wasser zubringen, um ihre Reviere abzustecken, verbringen Weibchen deutlich weniger Zeit in den Tümpeln. Durch die schnelle Aufheizung des kleinen Wasserkörpers entwickeln sich die Larven rasch. Sie vertragen auch hohe Wassertemperaturen bis über 30 °C. Die Geschlechtsreife wird mit etwa zwei Jahren erreicht. Während dieser Zeit sieht sich das Jungtier nach neuen Lebensräumen um.

 

Vorkommen und Gefährdung

Das Verbreitungsgebiet der Gelbbauchunke erstreckt sich über Mittel- und Südeuropa, wobei eine nördliche Begrenzungslinie in Niedersachsen verläuft und fast der gesamte Südosten Europas Populationen aufweist. Flussauen gehören, wegen ihren dynamischen Erscheinungsformen, welche ein überwuchern von Pfützen verhindern zu den typischen Lebensräumen der Art. Flussbegradigungen führten jedoch dazu, dass die Gelbbauchunke heute als stark gefährdet gilt und auf menschliche Strukturen, wie zum Beispiel Mulden auf Baustellen oder Geschosslöchern auf Truppenübungsplätzen angewiesen ist.

 

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Projektes werden zahlreiche vorhandene Tümpel und Feuchtbiotope den Bedürfnissen der Gelbbauchunke angepasst. Wichtig ist zum Beispiel die Anlage von kleinen Mulden mit verdichtetem Boden, wie sie etwa bei der Verwendung traditioneller Fuhrwerke auftraten

 

                                                              Foto: Karin Hieke (Regierung Unterfranken)