Bachmuschel

 

Allgemein

Die Bachmuschel (Unio Crassus) wird bis zu 10 cm groß und ist eine der wenigen heimischen Süßwassermuscheln. Ihre zahlreichen Interaktionen mit anderen Tiergruppen und die Anfälligkeit gegenüber Verunreinigungen im Gewässer, machen sie zu einem hervorragenden Indikator für die Qualität des Fließgewässers.

 

Lebensweise

Dieses seltene Weichtier lebt nahezu stationär am Grund von Fließgewässern und ernährt sich von Kleinstlebewesen und organischen Abbauprodukten, die mit Hilfe einer Art Siebrohr  aus dem Wasser gefiltert werden. Die Tiere sind langlebig und erreichen ohne weiteres ein Alter von 30 Jahren, in Nordeuropa sogar von über 90 Jahren, wobei man das Alter ähnlich der Baumringe, an den Zuwachsringen der Schale abschätzen kann. Die Paarung erfolgt über Abgabe der Samenzellen ins Wasser und Aufnahme durch das Weibchen während der Kiemenatmung. Die Larven der Bachmuschel verbringen ihr Entwicklungsstadium in den Kiemen bestimmter Fischarten, die sie nur wenige Tage nach Verlassen des Mutterorganismus gefunden haben müssen.

 

Vorkommen und Gefährdung

Den etwas irreführenden Namen verdanken die Tiere dem Umstand nur noch in den Oberläufen der Flüsse anzutreffen zu sein. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet erstreckte sich jedoch bis tief in die großen Flusssysteme. Als Gründe für die starke Gefährdung stehen vielerlei Faktoren unter Verdacht. Sowohl die starke Düngung, Auswaschung und damit verbundene Sauerstoffarmut speziell am Grund der Gewässer, als auch das Vorkommen ortsfremder Tierarten  spielen dabei eine Rolle. Diese gehören entweder zu den natürlichen Feinden der Muschel (z.B. Bisamratte) oder verdrängen Fischarten, die essentiell für die Larvenentwicklung des Weichtieres sind. Die Bachmuschel ist eine nach EU Richtlinien besonders stark geschützte Art.

 

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Projektes wird die Durchgängigkeit des Rehberggrabens wiederhergestellt. Durch die Verbauung ist ein Austausch für larventragende Wirtsfische und die Muschel selbst zwischen den Bachabschnitten unmöglich. Dieses Hemmnis stellt eine große Gefährdung für den Bestand dar, was als besonders brisant gesehen werden muss, da dieses Habitat eines der zehn größten und vitalsten Bachmuschelvorkommen in Bayern beherbergt.