Magere Flachlandmähwiesen

Dieser Lebensraum umfasst extensiv bewirtschaftete Mähwiesen im Flach- und Hügelland. Auf Düngung wird weitestgehend verzichtet, was einen großen Artenreichtum zur Folge hat. Da der erste Heuschnitt nicht vor der Hauptblütezeit der Gräser erfolgt, ergibt sich das Bild einer blütenreichen naturbelassenen Kräuterwiese. Die Bezeichnung magere Flachlandmähwiese schließt sowohl trockene als auch feuchte Standorte mit ein.

 

 

Entstehung der mageren Flachlandmähwiesen

Durch den Verzicht der Düngung wird die natürliche Konkurrenzsituation der Wiesenkräuter und damit ein Gleichgewicht der Arten intakt gehalten. Die resultierende Vielfalt, auch im Bereich der Vertikalstruktur der Pflanzen führt zu einem Artenreichtum der Tiere, vor allem der Insekten. Besondere Profiteure von mageren Flachlandmähwiesen sind die Tagfalter.

  

Flora und Fauna

Abgesehen von dem allgemeinen Artenreichtum der gefördert wird, ist der Schwarzblaue Ameisenbläuling (Glaucopsyche nausithous) in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Die Etablierung eines möglichst großen Bestandes wird durch die Anlage der Wiesen angestrebt. Daneben kommt die naturnahe Nutzung der Wiesen auch der Bachmuschel (Unio crassus) zugute, die sehr empfindlich auf Nährstoffeintrag in die, oftmals in Wiesennähe gelegenen, Bachhabitate reagiert.

 

Bedeutung für Europa

Die Seltenheit des Lebensraumes magere Flachlandmähwiese kombiniert mit der hohen Biodiversität und der Bereicherung des Landschaftsbildes durch den Blütenreichtum, erklären das besondere Interesse an dieser extensiven Bewirtschaftungsart.