Heckenwollafter

 

Allgemein

Der Heckenwollafter (Eriogaster catax) gehört zu den Nachtfaltern und erreicht eine relativ große Flügelspannweite von bis zu 4,5 cm. Die charakteristische Färbung ist beim Männchen goldbraun und beim Weibchen rotbraun. Das namensgebende Merkmal der starken Behaarung ist bei beiden Geschlechtern gleichermaßen ausgeprägt.

 

Lebensweise

Eine Population des Heckenwollafters hat einen nur geringen Aktionsradius und ist in der Frühentwicklung des Larvenstadiums an eine Habitatspflanze, die Schlehe (Prunus spinosa) gebunden. Die Raupen spinnen sich im Kollektiv eine Art Nest, das vor schädlichen Einflüssen schützt und fressen an den sich stetig nachbildenden Jungtrieben der Pflanze. Jedoch sind ausschließlich die Raupen zur Nahrungsaufnahme im Stande, während der fertige Falter dafür keine Organe besitzt und daher nur als Fortpflanzungsform fungiert. Dementsprechend ist sein Leben auf maximal zwei Wochen begrenzt.

 

Vorkommen und Gefährdung

Wegen ihrer Lebensweise und der geringen Mobilität ist der Heckenwollafter europaweit nur noch in zerstreuten stark isolierten Populationen vorhanden. Die Verbuschung von Schlehenheckengebieten und die Aufgabe traditioneller Waldbewirtschaftungsformen, wie Mittel- und Niederwald tragen ebenso zur Destabilisierung des Bestandes bei, wie Grundwasserabsenkung und Insektizideinsatz.

 

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Projektes wird der Erhalt von Mittelwäldern gefördert, die mit ihrem Lichtreichtum und ihren strukturreichen Säumen die Entwicklung vieler Schmetterlingsarten fördern. Ergänzend sollen sogenannte „Lichtschächte“ auf ehemaligen Mittelwaldflächen zur Schaffung von Waldinnensäumen mit Schlehenehecken und damit zu Habitatsangeboten führen.