Hirschkäfer

 

Allgemein

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist mit seinen bis zu 7,5 cm einer der größten Käfer Europas. Die Männchen tragen das namensgebende Geweih, mit Hilfe dessen Rivalenkämpfe um Paarungsrechte ausgefochten werden. Im Gegensatz dazu ist das Weibchen deutlich kleiner (max. 4 cm) und geweihlos.

 

Lebensweise

Trotz ihrer imposanten Größe sind Hirschkäfer voll flugfähig und entwickeln die größte Aktivität während den Abendstunden. Als Nahrung dienen austretende Pflanzensäfte an Bäumen, wobei die Weibchen mittels ihrer handlicheren und kräftigeren Beißwerkzeuge oftmals die Männchen bei der Nahrungsbeschaffung unterstützen. Das benötigte Material für die Eiablage ist durch Pilze stark angegriffenes und zersetztes Totholz. Die Entwicklung der raupenförmigen Larven, welche eine Länge von bis zu 11 cm erreichen können, dauert mehrere Jahre. Für die Metamorphose, die Wandlung vom Larvenstadium zum fertigen Käfer, ziehen sich die Tiere in selbstgebaute etwa faustgroße unterirdische Kammern zurück.

 

Vorkommen und Gefährdung

Die Tiere sind zur Fortpflanzung auf herumliegendes Totholz, bevorzugt von Eichen angewiesen. Aufgrund dieser stark einschränkenden Spezialisierung und der Tendenz in heimischen aber auch anderen Wäldern Süd-, Mittel- und Westeuropas „Ordnung“ zu halten, also Totholz zu beseitigen, ist der Bestand mittlerweile stark gefährdet. In Deutschland liegen die Verbreitungsschwerpunkte in der westlichen Hälfte. Punktuelle Vorkommen außerhalb des eigentlichen Verbreitungsgebietes ließen sich in Südschweden, auf der britischen Insel und in Westsyrien nachweisen.

 

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Projektes werden sogenannte Brutmeiler errichtet. Dabei handelt es sich um aus verpilzten Eichenstümpfen und –spänen bestehende Bruthaufen mit circa 4 m Durchmesser. Diese werden nach Experteneinschätzung von Populationen in einem Umkreis von bis zu 2 km verwendet. Insgesamt sind 20 Bruteinheiten, verteilt über das Projektgebiet geplant.