Kalktuffquellen

Hierbei handelt es sich kalkbeinflusste Quellen in humusarmen Bodenschichten. Dieser Lebensraum ist charakterisiert durch die Bildung meist mehrerer kleiner Wasserbecken auf kalkigem Untergrund. Obwohl das Phänomen oftmals eher unscheinbar wirkt, ist hier ein sehr spezielles Habitat mit charakteristischer Flora entstanden.

 

  

Entstehung der Kalktuffquellen

Entscheidend ist hierbei die Eigenschaft des Kalkes, beim Austreten aus der Bodenschicht aus dem Wasser auszufallen und feste Strukturen zu bilden. Aus den festen Kalkanteilen können sich über lange Zeiträume Terrassen entwickeln, über die das Wasser in kleinen Becken in Richtung Gefälle fließt. Man unterscheidet zwischen der überwiegend durch abiotische Faktoren hervorgerufenen Kalkausfällung (Sinterbildung) und der durch den Entzug von Kohlendioxid, im Zuge des Wachstums von Algen und Moosen, auftretenden biogenen Kalkausfällung (Kalktuffbildung).

 

 

 

 

Flora und Fauna

Im Falle der Kalktuffe findet man meist  einen dichten Moosbewuchs vieler verschiedener Arten. Der hohe CO2  Bedarf der Moose erleichtert die Kalkfällung wesentlich, da kaum Kohlensäure im Wasser entstehen kann. Kalktuffquellen mit Starknervmoos-Gesellschaften (Cratoneurion) sind prioritäre FFH-Lebensräume und stehen damit unter besonderem Schutz. Im Bereich der faunistischen Besiedlung findet sich oftmals eine reiche Makrozoobenthosausstattung (tierische Kleinstlebewesen). Die Sinterquellen sind meist durch fast gänzliche Abwesenheit pflanzlichen und tierischen Lebens geprägt.

 

Bedeutung für Europa

Diese wertvollen und in intaktem Zustand seltenen Kleinstlebensräume sind in ihrer Komplexität und ökologischen Verflechtung mit den umgebenden Lebensräumen noch nicht gänzlich verstanden und werden daher besonders intensiv erforscht und geschützt.