Raubwürger

 

Allgemein

Der Raubwürger (Lanius excubitor) ist eine räuberische etwa amselgroße Singvogelart.  Seine Beutetiere, meist kleine Säugetiere oder Vögel werden oftmals an Dornbüschen zum Zwecke der Vorratshaltung aufgespießt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum in Größe und Färbung.

 

Lebensweise

Der Vogel legt ein ausgeprägtes Revierverhalten an den Tag, wobei die Struktur während der Balz aufgelöst wird und die Weibchen sich für ein Männchen entscheiden. Für den Nahrungserwerb lauert der Vogel meist von einer Warte aus auf geeignete Beute, seltener unternimmt er Suchflüge. Die effektvolle Präsentation der Beute in Vorratsbüschen an den Reviergrenzen spielt eine wichtige Rolle bei der Paarung und entscheidet oftmals über den Erfolg eines Männchens.

 

Vorkommen und Gefährdung

Das Verbreitungsgebiet des Raubwürgers reicht von den kanarischen Inseln bis nach Nordostsibirien, Mongolei und China, im Süden bis zur arabischen Halbinsel. Die Vertreter der nördlichen Gefilde gehören zu den Zugvögeln. Der bevorzugte Lebensraum sind halboffene Flächen, sowie eine weiträumige extensiv bewirtschaftete Wiesenlandschaft. Er benötigt eine strukturreiche sich mosaikartig wandelnde Vegetation, um sowohl Jagd als auch Balz und Brut mit Erfolg zu bewerkstelligen. Die allgemeine Vereinheitlichung der Landschaft führt zu einem Verlust an potentiellen Brutgebieten und bewirkt daher einen Rückgang des Bestandes. Der Raubwürger gilt als vom Aussterben bedroht.

 

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Projektes wird eine traditionell strukturierte Weinbergsfläche mit Obstwiese angelegt, die den Habitatsanforderungen des Vogels sehr genau entspricht. Des Weiteren wirken andere strukturerhöhende Maßnahmen wie Flachlandwiesen, Mittelwälder und Tümpel begünstigend auf die Bestandsentwicklung.