Tümpel

Je nach Struktur haben die  stehenden Gewässer, unterschiedliche charakteristische Artenvorkommen. Tümpel sind flache Gewässer mit einem sehr dünnen Wasserkörper. In heißen Sommern fallen sie trocken.  Die Wassertemperatur kann sich aufgrund der geringen Tiefe in sonnenexponierter Lage rasch erhöhen. Diese vermeintlichen Einschränkungen bedingen eine Eignung für speziell angepasste Tier- und Pflanzenarten. Eine besondere Form des Tümpels ist der Waldtümpel. Hier steigt die Temperatur im Frühjahr weniger schnell an, sinkt dafür aber im Herbst auch langsamer ab.

 

 

Entstehung der Tümpel

Bei der Entstehung spielen meist heftige Regenfälle oder die frühjährliche Schneeschmelze eine Rolle. Eine weitere Möglichkeit wäre die Tümpelbildung in Quellnähe. Aufgrund der Periodizität sind Tümpel fischfrei und damit besteht kaum Räuberdruck für Larven von Amphibien, oder Insekten. Oft - im Life-Projektgebiet meistens - entstanden Tümpel in von Menschen geschaffenen Geländesenken. Eine besondere Enstehungsform für stehende Kleinstgewässer stellen hierbei Fahrrinnen von Forst- und Landwirtschaftsmaschinen dar. Diese sind im Life-Projektgebiet weit verbreitet und das primäre Habitat der Gelbbauchunke (Bombina variegata).

 

 

 

Flora und Fauna

Durch die rasche Erwärmung im Frühjahr ist die Larvenentwicklung beschleunigt, weshalb ideale Brutbedingungen für seltene Amphibienarten, wie die Gelbauchunke herrschen. Auch für Wasserpflanzen ergeben diese Abwechslung schaffenden Landschaftselemente willkommene Habitate, wie etwa für gefährdete Zwergbinsen-Gesellschaften (Nanocyperion).

 

Bedeutung für Europa

In den vergangenen 50 Jahren wurden zwischen 70 und 85 % aller Tümpel entfernt. Ihren Status als unerwünschtes Landschaftselement der Agrarlandschaft verdankten sie vor allem der Eigenschaft als Bewirtschaftunghindernis. Des Weiteren gelten sie als ideales Gewässer für die Brut der Stechmücken. Durch das Verfüllen dieser Kleinstgewässer wurde seltenen Arten wie der Gelbbauchunke die Lebensgrundlage entzogen.